Endler-Guppys und Cherry Shrimp zusammen züchten: Geht das?

· von Filip Sedlak · 3 Min. Lesezeit

Endler-Guppys und Cherry Shrimp zusammen züchten: Geht das?

Endler-Guppys und Cherry Shrimp (Neocaridina davidi) lassen sich tatsächlich zusammen in einem Becken halten, und beide Arten können sich dort auch vermehren. Ganz ohne Bedingungen geht das aber nicht. Die Guppys bekommen so gut wie immer Nachwuchs, keine Frage. Bei den Garnelen sieht das anders aus: Ihre winzigen Babys überleben nur dann in nennenswerter Zahl, wenn das Becken ordentlich bepflanzt ist und genug Verstecke bietet. Wer diese Kombi plant, sollte sich vorher mit ein paar Details beschäftigen.

Warum diese Kombination grundsätzlich funktioniert

Endler-Guppys (Poecilia wingei) gehören zu den entspanntesten Lebendgebärenden, die man sich vorstellen kann. Anders als viele andere Guppy-Linien bleiben sie kleiner (Männchen meist 2 bis 3,5 cm), sind weniger aggressiv unterwegs, und ihr Beuteschema beschränkt sich auf wirklich mikroskopisch kleine Organismen. Cherry Shrimp erreichen ausgewachsen 2 bis 4 cm, sind also für erwachsene Garnelen schlicht zu groß, um noch als Beute zu gelten. Erwachsene Tiere beider Arten zusammenzusetzen, ist deshalb völlig unproblematisch.

Vorteile der Kombination:

Der kritische Punkt: Garnelennachwuchs

Das eigentliche Problem sind gar nicht die erwachsenen Tiere, sondern der Nachwuchs der Garnelen. Frisch geschlüpfte Cherry-Shrimp-Babys messen gerade mal 1 bis 2 mm, für einen Guppy praktisch ein Snack. In einem kahlen Becken ohne Versteckmöglichkeiten sind die meisten Garnelenbabys innerhalb weniger Tage einfach weg, gefressen.

So erhöhen Sie die Überlebensrate der Jungtiere

Erfahrene Halter berichten immer wieder, dass sich in einem stark bepflanzten 60-Liter-Becken trotz Guppy-Besatz eine stabile Garnelenpopulation hält. Der Grund ist simpel: Ein Teil des Nachwuchses bleibt einfach durch Zufall unentdeckt und wächst schnell genug heran, um der kritischen Größe zu entwachsen.

Praktische Einrichtungstipps

Beckengröße: Für diese Kombination sollten es mindestens 54 Liter sein. Je größer das Becken, desto mehr unübersichtliche Ecken und Winkel entstehen, und genau davon profitieren die Garnelen.

Fütterung: Eine ausgewogene Fütterung senkt den Jagddruck der Guppys spürbar. Satte Guppys jagen seltener aktiv Garnelenbabys. Sinkfutter und Futtertabletten, die auf den Boden sinken, werden von Garnelen ohnehin bevorzugt angenommen.

Wasserwerte im Blick behalten:

ParameterEndler-GuppyCherry Shrimp
Temperatur22-28 °C20-26 °C
pH-Wert6,5-8,06,5-7,5
GH8-126-8
KH3-102-6

Die Überschneidung der Werte ist groß genug, um beide Arten dauerhaft gesund zu halten.

Häufige Fragen

Fressen Guppys auch erwachsene Cherry Shrimp? Nein, ausgewachsene Garnelen sind für Endler-Guppys zu groß. Gefährdet sind nur Jungtiere und frisch gehäutete Garnelen, deren Panzer für kurze Zeit noch weich ist.

Wie erkenne ich, ob sich Garnelen erfolgreich vermehren? Achten Sie auf Weibchen mit einem deutlich sichtbaren “Sattel” (dem Eipaket unter dem Panzer) und auf winzige, durchsichtige Garnelen, die sich meist im Moos oder an den Scheiben aufhalten.

Sollte ich beide Arten gleichzeitig einsetzen? Besser ist es, erst die Garnelen einziehen zu lassen und eine stabile Population aufbauen zu lassen, bevor die Guppys dazukommen. Dann haben die Garnelen schon Verstecke etabliert und sich an ihre Umgebung gewöhnt.

Fazit

Endler-Guppys und Cherry Shrimp können im selben Aquarium gut nebeneinander existieren, und beide vermehren sich auch, vorausgesetzt, das Becken ist dicht bepflanzt und bietet genug Verstecke für den Garnelennachwuchs. Wer auf ausreichend Struktur, eine durchdachte Fütterung und passende Wasserwerte achtet, baut sich damit eine lebendige, sich selbst erhaltende Mini-Community auf, in der beide Arten dauerhaft Nachwuchs produzieren.

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